App "Gewässerretter" hilft beim Müllsammeln

Mit der App “Gewässerretter” könnt Ihr nicht nur Müllfunde dokumentieren, sondern auch selbst Aufräumaktionen organiseren (Screenshot: Gewässerretter-App; Hintergrund-Bild: itakdalee / iStock)

Am 22. März ist Weltwassertag. Ein guter Anlass für Warum!, die neue App “Gewässerretter” und andere spannende Projekte zur Rettung der Meere vorzustellen und Fragen rund um den Müll im Meer zu beantworten.

Unsere Gewässer sind verschmutzt. Und aller Müll, der irgendwo auf der Welt ins Meer gerät, sammelt sich – durch Meeresströmungen vorangetrieben – an bestimmten Stellen in den Ozeanen. Der bekannteste und größte Müll-Strudel der Erde ist der “Great Pacific Garbage Patch”. Der riesige schwimmende Teppich aus Müll hat inzwischen die Größe Mitteleuropas erreicht – und wächst weiter. Zum Glück gibt es Menschen, die etwas dagegen unternehmen. Ihre Aufgabe scheint kaum zu bewältigen. Doch helfen kann jeder.

Wie kommt der Müll ins Meer?

 10 Millionen Tonnen Plastik

gelangt jedes Jahr vom Land aus ins Meer. Dieser macht ingesamt 80 Prozent des gesamten Mülls in den Meeren aus. Nur 20 Prozent geht bei Schiffen über Bord. Der Müll legt manchmal weite Wege zurück. Eine Plastiktüte, mitten Deutschland achtlos weggeworfen, wird irgendwann ihren Weg ins Meer finden. Der Wind treibt sie in die Flüsse und diese fließen irgendwann ins Meer. Ein weiteres großes Problem ist das Mikroplastik. Das Problem ist deswegen so groß, weil es nahezu unsichtbar ist – und damit eine große Gefahr für Mensch und Tier.

5 Millimeter und kleiner

ist das sogenannte Mikroplastik, winzig kleine Plastikteilchen, die auch von Kläranlagen nicht vollständig herausgefiltert werden können. Das primäre Mikroplastik gelangt über unsere Haushaltsabwässer in Flüsse und Meere, da es unter anderem in vielen Kosmetikprodukten enthalten ist. Auch beim Waschen von Synthetikkleidung wie Fleece werden etliche Mengen Mini-Plastikteilchen – im wahrsten Sinne – in unsere Gewässer gespült. Auch größerer Plastikmüll, der ins Meer gelangt, zersetzt sich nach und nach zu Mikroplastik (“sekündär”). Mikroplastik im Meer ist aus vielen Gründen bedenklich: Zum Beispiel nehmen Tiere es mit Ihrer Nahrung auf. Im Magen ballt es sich zu einem Knäuel zusammen und die Tiere verhungern. Auch wir Menschen nehmen es über unsere Lebensmittel zu uns, zum Beispiel, wenn wir Fisch essen.

1 Million Seevögel und 100.000 Meeressäuger

sterben jährlich, weil sie sich entweder in Plastik verheddern oder es mit Nahrung verwechseln.

Tolle Ideen für saubere Gewässer

Neu: Gewässerretter

Müllfunde können mit der App direkt gemeldet und damit dokumentiert werden (Screenshot: Gewässerretter-App)

Müllfunde können mit der App direkt gemeldet werden. Sie werden im Logbuch dokumentiert (Screenshot: Gewässerretter-App)

Die Onlineportal Gewässerretter ist eine Aktionsplattform, die von Naturschutz- und Wassersportverbänden ins Leben gerufen wurde. Sie ist der Nachfolger der Website “Saubere Meere”, die seit 2013 über Müll im Meer aufgeklärt hat. Bei Gewässerretter kann nun jeder selbst aktiv werden. Mit der dazugehörigen Smartphone-App, die im Januar 2017 auf der Messe “boot” vorgestellt wurde, können angemeldete Nutzer ihre eigenen Müllfunde melden und Aufräumaktionen organisieren. Gleichzeitig liefern sie den Umweltschützern damit wertvolle Daten über den Verschmutzungsgrad unserer heimischen Gewässer.

Auch spannend: Seekuh und Seehamster

Der kleine Seehamster und die große Seekuh sind zwei Müllräumschiffe, die die Meere vom Müll befreien sollen (Bild: Anna Pechbrenner)

Der kleine Seehamster und die große Seekuh sind Müllsammelschiffe. Die Seekuh wurde 2016 in Kiel getauft (Bild: Anna Pechbrenner)

Für auf der Wasseroberfläche treibenden Müll sind die beiden Spezialkatamarane des Vereins “One Earth – One Ocean” zuständig. Mithilfe von Netzen wird der Müll aus dem Wasser gefischt, an Bord gelagert und anschließend an Land gebracht und ordnungsgemäß entsorgt. An sehr vermüllten Küsten kann die Seekuh auch als Müllschieber eingesetzt werden und den Müll an den Strand baggern. Außerdem können Wasserproben direkt an Bord analysiert werden. Ihren ersten Einsatz hat die Seekuh im Frühjahr 2017 vor Hongkong. Im Sommer soll sie dann bei uns die Ostsee abgrasen.

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