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Welches Gewürz ist das?

Nelken, Zimt, Vanille & Co. In der Weihnachtsbäckerei dürfen sie nicht fehlen. In unserem Lexikon stellen wir Euch diese und weitere Gewürze genauer vor

Kochen & Backen
Von Leonie Proscurcin, 15.12.2021 0 Kommentare

Lexikon: Gewürze

Kaum ein Fest ist so eng mit Gerüchen verknüpft wie Weihnachten. Für Weihnachtsduft sorgen Tannenzweige und Kerzen, aber ganz besonders auch die Weihnachtsgewürze, die in der Weihnachtsbäckerei und im Punsch zum Einsatz kommen.

Anis

Anis-Samen
Die Früchte des Anis sind Spaltfrüchte. Sie erinnern an den nah verwandten Fenchel. Der ähnlich schmeckende Sternanis stammt von einem asiatischen Baum und ist mit dem Kraut Anis nicht verwandt. Der echte Anis darf in würzigen Pfeffernüssen nicht fehlen.

 

Steckbrief

  • Herkunft: Vorderasien
  • Wuchshöhe: bis zu 60 cm
  • Blütezeit: Juni – September
  • genutzte Teile: Früchte mit Samen

Vorkommen Anis stammt aus Vorderasien und wird heute auch in Südamerika und Ostasien kultiviert. Arten Anis gehört in die Familie der Doldenblütler, die viele Nutzpflanzen mit ätherischen Ölen umfasst – etwa Koriander, Kümmel und Fenchel. Die Unterscheidung kann wegen der sehr ähnlichen Blütenstände schwer fallen. Merkmale Anis ist ein einjähriges Kraut. Die Blätter sind teilweise gefiedert und ihr Rand stark gezähnt. Je weiter oben sie am Stängel sitzen, desto dünner sind sie. Nutzung Anis dient dem Würzen von Backwaren und Eingemachtem. Er ist auch in vielen Tees enthalten.

Ingwer

Gewürz: Ingwer
Botanisch gesehen ist die Ingwerknolle keine Wurzel, sondern ein Rhizom. So nennt man die unterirdischen Sprosse einer Pflanze. Der frische Ingwer schmeckt sowohl scharf als auch fruchtigsüß. In Asien würzt er pikante Soßen, in Europa wird er eher in Süßspeisen verwendet.

Steckbrief

  • Herkunft: Südostasien
  • Wuchshöhe: 1 Meter
  • Blütezeit: unterschiedlich je nach Standort
  • genutzte Teile: unterirdischer Spross

Vorkommen Die Heimat des Ingwers ist Südostasien, aber wilde Pflanzen gibt es heute nicht mehr. Die Hauptanbaugebiete liegen in Australien, Asien und Südamerika. Arten Über 100 Arten stehen mit dem Ingwer in einer Gattung. Nur wenige Arten dienen als Nutzpflanzen. Merkmale Die Ingwerpflanze besitzt einen unterirdischen Spross, aus dem die Stängel in die Höhe wachsen. Während die unterirdischen Teile mehrjährig sind, sterben die oberirdischen Sprosse jedes Jahr ab. Nutzung Marmeladen, Backwaren und Konfekt können Ingwer enthalten. In Asien wird er schon sehr lange als Heilpflanze verwendet. Heiße Zitrone mit Ingwer tut bei Erkältungen gut.

Kardamom

Kardamom-Samen
Jedes Fach der Kapselfrucht enthält 4 bis 8 Samen, die getrocknet verwendet werden. Spekulatius enthält Kardamom, Nelken und Zimt.

Steckbrief

  • Herkunft: Indien
  • Wuchshöhe: bis zu 3 Meter
  • Blütezeit: unterschiedlich je nach Standort
  • essbare Teile: Samen

Vorkommen Schon in der Antike brachten Araber das Gewürz nach Europa. Heute wird die Pflanze in Indien und Sri Lanka, Süd- und Mittelamerika sowie in Tansania angebaut. Arten Kardamom gehört in dieselbe Pflanzenfamilie wie der Ingwer. Merkmale Auch Kardamom besitzt einen unterirdischen Spross, aus dem Laub- und Blütenstängel austreiben. Die Blätter werden bis zu 70 cm lang. Die Blüten sind weiß. Nutzung Die scharfen, aromatischen Samen dienen zum Würzen von süßen Backwaren und Schokolade, aber auch als Wurstgewürz. Arabischer Mokka wird mit Kardamom gewürzt. Das Gewürz ist auch ein traditionelles Heilmittel gegen Verdauungsbeschwerden.

Koriander

Gewürz: Koriander
Die Früchte des Koriander sind kugelig und längs gerillt. Neben Anis, Muskat, Nelken und Zimt ist auch Koriander ein typisches Lebkuchengewürz.

Steckbrief

  • Herkunft: Vorderasien
  • Wuchshöhe: bis zu 50 cm
  • Blütezeit: Juni – Juli
  • genutzte Teile: Früchte mit Samen, Blätter

Vorkommen Wie Anis stammt Koriander aus Vorderasien. Er wird schon seit etwa 7000 Jahren verwendet und heute weltweit angebaut. Arten Koriander gehört in die Familie der Doldenblütler. Petersilie, Möhre, Fenchel und Anis sind nahe Verwandte. Merkmale Koriander ist ein einjähriges Kraut und wächst bis zu einem Meter hoch. Nutzung Mit Koriander lassen sich süße und herzhafte Gerichte würzen. Er kann Currypulver, Soßen und Gemüse, Brot und Weihnachtsgebäck verfeinern. Neben den zerstoßenen getrockneten Samen findet auch das frische Kraut als Gewürz Verwendung. Die jungen Blätter entfalten ein starkes, zitronenähnliches Aroma.

Nelke

Gewürz: Nelke
Die Knospen werden beim Trocknen dunkelbraun. In den Punsch kommen die Nelken als Ganzes. Damit sie im Topf nicht verloren gehen, werden Orangen damit gespickt. Im Mörser zu Pulver verkleinert sind Nelken auch Bestandteil vieler Curry-Mischungen.

Steckbrief

  • Herkunft: Molukken (Indonesien)
  • Wuchshöhe: bis zu 20 Meter
  • Blütezeit: Juli – Januar
  • genutzte Teile: Blütenknospen

Vorkommen Schon vor mehr als 2.000 Jahren wurden Gewürznelken auf den im Pazifik liegenden Molukken genutzt. Heute kommen die meisten Nelken von der ostafrikanischen Insel Sansibar. Arten Die Gewürznelke wächst als Baum und ist nicht mit den Nelken genannten Blumen verwandt. Merkmale Der Gewürznelkenbaum ist immergrün. Seine ledrigen Blätter sind oval und am Ende zugespitzt. Die kleinen Blüten sitzen in Gruppen an den Zweigenden. Nutzung Nelken verfeinern nicht nur salzige und süße Gerichte wie Sauerkraut, Rotkohl, Apfelkompott und Gebäck. Sie sind auch ein beliebtes Hausmittel bei Zahnschmerzen.

Vanille

Vanilleschoten beim Trocknen
Bei der Ernte sind die Vanilleschoten, die Samenkapseln, prall und grün. Erst nach dem Abkochen und Trocknen erhalten sie ihre dunkelbraune Farbe. Um an das aromatische Mark zu gelangen, werden die Schoten längs aufgeschnitten.

Steckbrief

  • Herkunft: Mexiko
  • Wuchshöhe: klettert bis zu 10 Meter
  • Blütezeit: April – August
  • genutzte Teile: Frucht und Samen

Vorkommen Die Heimat der Vanille ist Mexiko. Heute wird sie in vielen tropischen Ländern angebaut. Arten Die Vanillepflanze ist eine Kletter-Orchidee. Etwa 100 Arten gehören in ihre Gattung. Neben der echten Vanille liefert auch die Tahitivanille Aromastoffe, die aber weit weniger intensiv sind. Merkmale Die Orchidee klettert mit Hilfe von Rankenwurzeln bis zu 10 Meter hoch. Ihre Blätter sind fleischig. Nutzung Unzählige Süßspeisen und Backwaren werden mit Vanille verfeinert. Dabei können ganze Schoten mitgekocht oder das ausgekratzte Mark verwendet werden. Industriell hergestelltes Vanillin ist billiger, enthält aber keine Vanille und ist auch mit ihrem Aroma kaum zu vergleichen.

Zimt

Zimtstangen
Die jungen Äste des Zimtbaums werden geschält und die Rinde getrocknet. Beim Ceylon-Zimt werden viele dünne Schichten wie eine Zigarre gerollt. Die Rinde der Zimtkassie ist dicker und die Stange innen hohl. Gemahlen gibt der Zimt den Zimsternen ihre weihnachtliche Note.

Steckbrief

  • Herkunft: Ostasien
  • Wuchshöhe: bis zu 20 Meter
  • Blütezeit: unbestimmt, da tropisch
  • genutzte Teile: Rinde

Vorkommen Die Gattung der Zimtbäume ist in den Tropen Asiens, Australiens und Amerikas verbreitet. Der Ceylon-Zimtbaum wächst in Südwestindien und Sri Lanka, die Zimtkassie in Indien, China und Vietnam. Arten Etwa 350 Arten enthält die Gattung der Zimtbäume. Ceylon-Zimt gilt als wertvoller, weil die dünnen Schichten der Stange ein stärkeres Aroma entfalten. Der größte Teil des nach Europa exportierten Gewürzes ist gemahlen und stammt von der Zimtkassie. Merkmale Als tropische Gewächse sind Zimtbäume immergrün. Nutzung Zimt ist bei uns ein typisches Weihnachtsgewürz, darf aber auch auf Milchreis und Pfannkuchen nicht fehlen. In Indien gehört es auch in scharfe Currys.

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