Heftfächer 4/2017

Warum müssen wir schlafen?

Kinder fragen – Experten antworten. Diesmal: Warum müssen wir überhaupt schlafen? Ein Interview mit Assistenzärztin Nina Mudlaff.

Kinderfragen
Von Warum!-Redaktion, 30.08.2017 0 Kommentare

Nina Mudlaff (32) ist Assistenzärztin in der Inneren Medizin und arbeitet im Universitären Schlafmedizinischen Zentrum in Hamburg.

Warum müssen wir schlafen?

NM: Wir müssen schlafen, um Energie zu tanken. Das macht der Körper, indem er sich nachts im Energiesparmodus befindet: Blutdruck, Puls und Temperatur werden runtergefahren. Außerdem müssen wir schlafen, um unsere Abwehr zu stärken, zur Gedächtnisbildung und zum Lernen.

Wie viele Stunden sollte man dafür pro Nacht ruhen?

NM: Das ist bei jedem Menschen anders: Einige brauchen unbedingt acht Stunden Schlaf, um erholt zu sein. Andere kommen mit sechs Stunden wunderbar aus und „durchleben“ in dieser Zeit alle Schlafphasen.

Was sind das für Phasen?

NM: Es gibt vier Schlafphasen: Das Einschlafen, der leichte Schlaf, der Tiefschlaf und der Traumschlaf. Diese vier Phasen machen wir in der Nacht mehrmals hintereinander durch.

Und warum werden wir abends müde?

NM: Der Körper hat einen Automatismus entwickelt: Wenn wir tagsüber etwas unternehmen, erhöht sich der Schlafdruck im Verlauf des Tages. Denn ein Stresshormon, das überwiegend morgens ausgeschüttet wird, nimmt im Laufe des Tages ab. Und deswegen werden wir abends müde. Es kommt natürlich auch darauf an, was wir tagsüber gemacht haben. Wie aktiv wir waren zum Beispiel.

Warum kommen wir morgens manchmal so schwer aus dem Bett?

NM: Es gibt zwei verschiedenen Schlaftypen: Eulen und Lerchen. Die Eulen-Typen gehen sehr spät ins Bett und schlafen morgens lange. Das sind vor allem Jugendliche und Menschen mittleren Alters, die sich abends zum Essen treffen oder in die Disco gehen. Denen fällt es natürlich schwerer, morgens früh aufzustehen. Die Lerchen- Typen stehen früher auf, sind vormittags aktiv und gehen dadurch abends früher ins Bett. Dazu zählen Kinder und ältere Menschen. Die Schlafgewohnheit verändert sich bei den meisten Menschen im Laufe des Lebens.

Was würde geschehen, wenn wir überhaupt nicht schlafen würden?

NM: Schon bei Schlafmangel sinkt die Leistungsfähigkeit. Auf Dauer würden sich körperliche Probleme wie Bluthochdruck oder psychische Erkrankungen wie Depressionen bemerkbar machen. Ohne Schlaf fehlt dem Körper schlicht die Energie zum Leben.

Zeichnung eines Porträts von Nina Mudlaff
Assistenzärztin Nina Mudlaff

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