Die besten Fadenspiele

Bei uns wird das Spiel mit dem Faden auch Hexenspiel genannt – vielleicht weil es wie Hexerei erscheint, wenn aus dem Fadengewirr eine neue Figur entsteht. Doch keine Sorge: Mit unserer Hilfe gelingt es Euch!

Drinnen
Von Dorthe Voss, 21.12.2020 0 Kommentare

Das Fadenspiel ist so alt wie der Faden selbst. Erstaunlich ist, dass es von allen Völkern der Erde auf die ein oder andere Weise gespielt wird – zum Beispiel von den nordamerikanischen Indianern, den Inuit oder den Aborigines. Einzelne Figuren sind oft auch auf bestimmte Länder oder Kulturen zurückzuführen. So stammt die „Dunkelheit“ beispielsweise aus Hawaii 

Traditionell erzählt der Spieler häufig eine Geschichte, während er mit seinen Händen dazu eine passende Figur formt. Auch Lieder werden gesungen oder Reime gesprochen. Das Fadenspiel wurde häufig als Vorbereitung auf die Jagd eingesetzt, aber auch einfach zum Zeitvertrieb gespielt. Als Faden dienten Tiersehnen, Pflanzenfasern oder Haare. 

Wir nehmen heute einen Baumwollfaden, eine Kordel oder auch einen Schnürsenkel. Die Schnur sollte nicht zu dünn sein, dann schneidet sie leicht in die Haut, aber auch nicht zu steif, dann rutschen die Schlaufen schnell von den Fingern. 

Auch wenn gerade kein Spielpartner aufzufinden ist, lassen sich die verschiedensten Figuren herstellen – notfalls nimmt man die eigenen Zähne, den Nacken oder die Füße zur Hilfe ... 

Die Mädchen der Chugach-Eskimos spielen das Fadenspiel übrigens häufig im Herbst, um die Sonne darin einzufangen und so die kommende dunkle Jahreszeit hinauszuzögern. Aber auch wenn der Winter bereits gekommen ist, kann es manchen langen Tag verkürzen! 

Der Hexenbesen

Eine beliebte und für den Einstieg gut geeignete Figur zum alleine Spielen ist der Hexenbesen. Dabei hat der Faden die optimale Länge, wenn er als Schlaufe von den Fingern bis zur Schulter reicht. 

Tipp: Zwischendurch immer die Fäden straffziehen! Sonst kann es passieren, dass die Figur von den Fingern rutscht. 

 

01 Startposition

Zu Beginn hängt man die Fadenschlinge über beide Daumen und zieht sie straff. Anschließend schlüpfen die kleinen Finger ebenfalls in die Schlinge. So verläuft jeweils ein Faden innen über die Handflächen. 

Startposition des Hexenbesens
Die Startposition ist bei vielen Fadenspielen gleich

 

02 Zeigefinger

Der nächste Schritt auf dem Weg zum Hexenbesen: Der rechte Zeigefinger nimmt den Handflächenfaden der linken Hand von unten ab.

Zeigefinger unter Handflächenfaden
Der Handflächenfaden wird abgenommen

 

03 Drehung

Während man die Hände langsam auseinander zieht, wird der Zeigefinger einmal um sich selbst gedreht, sodass eine Schlaufe entsteht. 

Zeigefinger macht eine Drehung
Vorsichtig wird der Zeigefinger gedreht

 

04 Straffen

Nun die Hände ganz auseinander ziehen und somit die Fäden straffen. Die beiden mittleren Fäden sind nun durch die Drehung des Zeigefingers miteinander verschlungen. 

Faden zwischen Händen gespannt
Beim Straffen lässt sich alles gut zurechtrücken

 

05 Schlaufe

Mit dem Zeigefinger der linken Hand nun den rechten Handflächenfaden von unten abnehmen. Dabei unbedingt durch die am Zeigefinger entstandene Schlaufe gehen. 

Finger schlüpft unter die Schlaufe
An dieser Stelle ist Konzentration gefragt

 

06 Straffen

Die Hände erneut auseinander ziehen. In dieser Position tragen Daumen, Zeigefinger und kleiner Finger beider Hände einen Faden. 

Faden zwischen Händen gespannt
Nun ist die Figur schon leicht zu erkennen

 

07 Fallenlassen

Jetzt löst man nur noch den Daumen und den kleinen Finger der rechten Hand aus der Schlinge, strafft den Faden und – hat sich einen Besen gehext!

Fadenspiel Hexenbesen
Fertig ist der Hexenbesen

 

Am einfachsten lernen wir alle, wenn uns jemand etwas vormacht. Daher haben wir die Anleitung für den "Hexenbesen" zusätzlich als Video für Euch aufgenommen. Viel Spaß beim Anschauen und Nachspielen!

Der Hexenbesen

 

Zwei weitere Videos mit Fadenspielanleitungen findet Ihr auf unserem YouTube- Account. Schaut dort gerne mal vorbei!

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