Heftfächer 4/2017

Sind Eisberge salzig?

Das Wasser der Ozeane ist bekanntlich salzig. Der Räumdienst benutzt bei Schneetreiben und frierender Nässe aber gerade Salz zur Enteisung. Wie können trotzdem Eisberge entstehen?

Kinderfragen
Von Jonny Peters, 10.12.2012 0 Kommentare

Es gibt unterschiedliche Arten von schwimmendem Eis. Zum einen treiben Eisberge im Meer – die verdeckten Kolosse der Ozeane. Von ihnen sind nur neun Prozent des Gesamt-Berges sichtbar, der Rest versteckt sich unter dem Meeresspiegel.

Eisberge sind Splitter aus dem ewigen Eis

Wenn etwas von den gigantischen Gletschern abbricht, ensteht ein Eisberg. Das „ewige Eis” der Gletscher ist dabei gefrorenes Süßwasser. Die bläulich-schimmernden Schiffshindernisse sind daher auch so gut wie nicht salzig. Nur durch den Kontakt mit dem Meerwasser würzen sich die äußeren Teile des Eisbergs ein wenig.

Meereis schließt Salz ein

Packeis hingegen entsteht aus dem Meerwasser. Dabei gefriert aber nicht direkt das Salzwasser. Nur die Wassermoleküle kristallisieren und bilden die feste Masse. Das enthaltene Salz kann nicht mit in die Kristallstruktur eingebunden werden und wird verdrängt.

Robben auf Eisschollen
Packeis ist ein willkommener Rastplatz für Tiere, für die Schifffahrt dagegen ein Übel

In dem Eis aus Meerwasser, auch Meereis genannt, entsteht so ein Gerüst aus Kanälen und Einschlüssen. Darin befindet sich das „abgedrängte” Salz in einer konzentrierten Lauge, die flüssig ist.

Da diese Lauge eine höhere spezifische Dichte als das Wasser um das Eis herum hat, fließt es langsam aus den Kanälen nach unten ab. Dieser Vorgang wird verstärkt, wenn auf der Oberseite Eis abtaut und so zusätzlich die Salzkanäle ausspült.

Die Kanäle sind flüssig, weil das Salz dort in einer viel höheren Konzentration vorhanden ist als im Meerwasser. Diese Lauge ist daher vergleichbar mit dem Verhältnis von Eis auf der Straße und Streusalz. Würde man weniger Salz auf die Straße streuen, bildeten sich auch nur kleine Kanäle im Straßeneis, wie im Eisberg. Zum Auftauen der Straße muss also eine relativ große Menge Salz gestreut werden.

Ein Salz-Eis-Experiment

Ein spannendes Experiment, bei dem man die Wirkung des Salzes auf Eis gut beobachten kann, ist das Eisangeln. Die Aufgabe ist es, einen Eiswürfel, ohne ihn berühren zu dürfen, mit einer Stück Nähgarn anzuheben.

Das geht so: Man streut ein wenig Salz auf den Eiswürfel. Dadurch schmelzen kleine Teile des Würfels und das Garn versinkt im Eis. Nach kurzer Zeit gefriert das Eis wieder und umschließt die „Angelschnur”. Nun kann man den Eiswürfel nur mit der Schnur anheben.

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