Heftfächer 4/2017

Warum hat das Reh ein Geweih?

Welchen Zweck hat ein Rehgeweih? Woraus besteht es eigentlich? Und wie ist es aufgebaut? Wir haben die Antwort für Euch.

Kinderfragen
Von Warum!-Redaktion, 30.08.2017 0 Kommentare

Genau gesagt trägt nur das männliche Reh, der Rehbock, ein Geweih. Mit einer Länge von 20 bis 25 Zentimetern und nur drei Sprossen ist es nicht so groß und verzweigt wie bei Hirschen. Doch es dient demselben Zweck. Nämlich andere Böcke einzuschüchtern oder, wenn es zum Kampf kommt, sich gegen den Widersacher zur Wehr zu setzen. Gerade während der Paarungszeit, der sogenannten Brunft, kommt es häufiger zu Auseinandersetzungen. Die Weibchen lassen sich bei der Partnerwahl von einem starken Geweih beeindrucken – es strahlt Kraft und Gesundheit aus.

Das Geweih wird in jedem Jahr neu gebildet, da es von den Böcken zwischen Oktober und November abgeworfen wird. Kurz darauf beginnt schon ein neues Geweih aus den „Rosenstöcken“, den Knochenzapfen auf der Stirn, nachzuwachsen. Das neu gebildete Geweih ist zunächst mit einer dünnen Haut und feinen Härchen überzogen, dem sogenannten Bast. Dieser versorgt während der Wachstumsphase die Knochensubstanz durch Blutgefäße. Zu diesem Zeitpunkt ist das Geweih noch sehr empfindlich. Sobald das Wachstum im Frühjahr abgeschlossen ist, stirbt die Basthaut ab. Die Böcke streifen sie an Ästen und Sträuchern ab. Das Geweih wird dann nicht mehr durchblutet und ist schmerzunempfindlich. Die braune Farbe erhält das Geweih durch Pflanzensäfte, die den Knochen färben, wenn die Basthaut abgerieben wird.

Aufbau eines Reh-Geweihs

 

„Sprünge“

Im Herbst, wenn das Nahrungsangebot knapper wird, schließen sich Rehe zu lockeren Verbänden zusammen, die von Jägern „Sprünge“ genannt werden. Diese können im dichten Wald aus nur drei, vier Tieren, in der offenen Landschaft aus zehn und mehr Tieren bestehen. In der Gruppe geschützt ziehen die Rehe auf Nahrungssuche umher. Dabei entfernen sich einzelne Tiere nicht sehr weit von ihrem Sprung. Dieser wird übrigens nicht von einem bestimmten Leittier angeführt. Meist bemerken die aufmerksamen Ricken mit ihren Kitzen die Gefahr zuerst und geben die Fluchtrichtung vor. Im Spätwinter lösen sich die Sprünge wieder auf.

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