Warum tragen Kängurus ihre Babys im Beutel?

Das Känguru ist ein wahrer Überlebenskünstler. Wir erklären, welche verschiedenen Funktionen sein Beutel erfüllt und wie er ihm in extremen Bedingungen einen Überlebensvorteil verschafft

Kinderfragen
Von Alexandra Werdes, 30.08.2022 0 Kommentare

Bei den meisten Säugetieren wächst das Baby vollständig in der Gebärmutter heran und wird über die Nabelschnur von der Plazenta (Mutterkuchen) ernährt. Anders bei den Beuteltieren: Känguru-Embryos verbinden sich nicht mit der Gebärmutter, sondern kommen schon nach 30 bis 40 Tagen auf die Welt. Im Beutel der Mutter werden sie dann gesäugt, bis sie voll entwickelt sind. Unter extremen Bedingungen wie in der australischen Steppe kann dies Überlebensvorteile bringen.

Wenn ein Känguru-Baby geboren wird, ist es so groß wie eine Weintraube. Es ist nackt und blind, nur die Vorderbeine sind schon relativ weit entwickelt. Mit diesen zieht sich das neugeborene Würmchen durch das Fell der Mutter nach vorne in den Beutel. Dort nimmt es eine der vier Zitzen ins Maul und bleibt daran die nächsten Wochen hängen. Ein Muskel pumpt die Muttermilch direkt in die Kehle des Embryos, denn er ist selbst noch zu klein und kraftlos, um zu saugen.

Im Fall einer Dürre könnte die Mutter den unentwickelten Embryo aus dem Beutel werfen, um sich selbst vor dem Hungertod zu retten. Gibt es dagegen ausreichend Nahrung, kann sie erneut schwanger werden und gleichzeitig ein jüngeres und ein älteres Baby säugen.

Facts zu Kängurus

  • Beuteltiere gibt es auch in Südamerika. Die 65 Känguru-Arten leben aber ausschließlich in Australien, Tasmanien und Teilen Neu Guineas.
  • Rote Riesenkängurus können sich bis zu einer Höhe von zwei Metern aufrichten und wiegen bis zu 90 Kilogramm.
  • Kleinere Kängurus, allgemein Wallabys genannt, werden oft nicht größer als Hasen. Einige hüpfen nicht, sondern leben auf Bäumen.

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