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Wer waren die berühmtesten Piraten?

Sie plünderten Schiffe, stahlen Gold und Lebensmittel und galten als Schrecken der Meere. Ihre Raubzüge führten sie manchmal sogar im Namen der Königin durch, und einige von ihnen erkundeten auf Weltumsegelungen neue Länder.

 

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Von Warum!-Redaktion, 13.10.2021 0 Kommentare

Störtebeker (1360 bis 1401)

Er ist der bekannteste deutsche Seeräuber. Sein Revier waren die Nord- und die Ostsee. Störtebeker wurde als Bauernsohn auf Rügen geboren. Als junger Mann heuerte er auf einer Seeräuberkogge an, einem hölzernen Handelsschiff. Vorher musste er aber seinem Kapitän eine Kraftprobe geben: Er bog mit bloßen Händen ein Hufeisen auseinander! Den Namen Störtebeker bekam er übrigens auch vom Kapitän. Als der sah, mit welch großen Schlucken der junge Mann Met (Honigwein) austrinken konnte, sagte er: „Du sollst von nun an ‚Störtebeker’ heißen“. Umgangssprachlich bedeutet das: „stürz‘ den Becher“. Störtebeker wurde wegen seiner Kraft zum gefürchtetsten Seeräuber. 1401 nahm ihn die hamburgische Flotte gefangen. Zusammen mit 70 Gefährten sollte er enthauptet werden. Der Legende nach durften alle Männer überleben, an denen Störtebeker nach seiner Enthauptung noch vorbeigehen konnte. An elf Männern soll es der kopflose Pirat vorbei geschafft haben, bevor ihm der Henker ein Bein stellte.

Sir Francis Drake (um 1540 bis 1596)

„Der Pirat der Königin“ wurde Drake auch genannt. Der Engländer war ein begnadeter Seefahrer. 1577 ging er mit dem Segen der Königin Elisabeth I. von England aus auf große Fahrt. Drake überfiel spanische und portugiesische Schiffe, die Kartoffeln, Kakao und andere Schätze der neuen Welt nach Europa bringen wollten. Drei Jahre später erreichte er wieder seinen Heimathafen und hatte nach dem Portugiesen Ferdinand Magellan die zweite Weltumsegelung überhaupt vollbracht. Danach hob ihn die Königin in den Ritterstand.

Sir Henry Morgan (um 1635 bis 1688)

Noch ein Pirat mit Adelstitel: Sir Henry Morgan wurde von König Charles II. zum Ritter geschlagen, weil er 1670 mit einer Flotte aus 36 Piratenschiffen Panama-City, die damals reichste Stadt der Welt, einnahm. Morgan soll als Junge aus der englischen Hafenstadt Bristol entführt und als Sklave auf die Karibikinsel Barbados verkauft worden sein. Er entkam und floh nach Jamaika, wo er sich den Freibeutern anschloss. Er überfiel nicht nur spanische Handelsschiffe, sondern plünderte auch Siedlungen auf Kuba, in Panama und Venezuela. Auf den Bahamas soll Morgan angeblich viele seiner Schätze vergraben haben!

Pirat vs. Freibeuter

Freibeuter waren viele Jahrhunderte lang vom Staat geduldete Piraten. Sie erhielten von der Regierung, damals dem König oder der Königin, einen sogenannten Kaperbrief. Dieser berechtigte sie, die Schiffe anderer Nationen auszurauben oder zu versenken. Solch ein Kaperbrief war vom internationalen Recht anerkannt und die Freibeuter konnten nicht als Pirat angeklagt werden. Echte Piraten dagegen hielten sich nicht an diese Regel, sie überfielen alle Schiffe, auch die des eigenen Landes oder von Verbündeten.

Blackbeard (um 1680 bis 1718)

Lange schwarze Haare und ein wuchernder Bart mit Zöpfen: Blackbeard oder Edward Teach, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, war einer der gefürchtetsten englischen Piraten. Er war für seine Überfälle und Gräueltaten in der Karibik und an den Küsten von North Carolina und Virginia bekannt. Keiner pflegte sein Image so wie Blackbeard. Er genoss seine furchteinflößenden Auftritte und befestigte glühende und rauchende Lunten unter seinem Bart, die ihn teuflisch aussehen ließen. Etliche Kapitäne sollen schon beim Anblick des gruseligen Piraten kapituliert haben. Blackbeard war aber nicht immer Pirat, zu Beginn seiner Karriere war er als britischer Freibeuter im Auftrag der Queen unterwegs und machte ganz offiziell Jagd auf spanische Handelsschiffe.

Mary Read (um 1690 bis 1721)

1690 wurde Mary Read in London geboren und von ihrer alleinstehenden Mutter wie ein Junge erzogen. Als junges Mädchen heuerte Mary als Mann verkleidet auf einem Kriegsschiff an. Sie war tapfer und mutig. Jahre später sattelte sie auf ein holländisches Sklavenhandelsschiff um. Auf dem Weg in die Karibik wurde das Schiff vom Piraten Jack Rackham überfallen, Mary schloss sich den Seeräubern an. Mit an Bord: Anne Bonny, eine andere Piratin. Ihr vertraute sich Mary an und die beiden wurden gute Freundinnen. Sie kämpften gemeinsam bis 1720, dann wurden sie gefangengenommen und zum Tode durch den Strang verurteilt.

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