Spieletest: Hier kommen die Roboter!

Was können die programmierbaren Freunde fürs Kinderzimmer? Wir haben in unserem Spieletest Roboter für Kinder getestet.

Drinnen
Von Alexandra Werdes, 04.07.2019 0 Kommentare

In einer Welt, die zunehmend durch Software gesteuert wird, gilt Programmieren als künftige Kern-Kompetenz. Welche Eltern wollen nicht, dass ihr Kind da am Ball bleibt? Inzwischen gibt es Lernroboter, mit denen Kinder spielerisch Programmieren lernen sollen. Wir wollten wissen, was die Roboter fürs Kinderzimmer können: Wie leicht finden die Kinder einen Zugang zu der neuen Technik, und wie kreativ können sie damit spielen?

Ein Testergebnis ist klar: Die Roboter funktionieren. Sie faszinieren die Kinder vom ersten Moment an und motivieren sie, etwas Neues auszuprobieren – auch wenn sie es vielleicht noch nicht auf Anhieb verstehen. Doch eines muss auch deutlich gesagt werden: Es sind Roboter. Roboter tun nur, was man ihnen sagt. Und dafür benötigt man ein Eingabegerät. Bis auf den Cubetto funktionieren die Roboter nicht ohne Smartphone oder Tablet. Und die Systemanforderungen sind, zum Beispiel beim Lego Boost, so hoch, dass dafür ein altes, abgelegtes iPad nicht reicht.

Unser Fazit ist deshalb gemischt – es spaltet die Generationen. Alle unsere Testkinder hätten ihren Roboter sehr, sehr gerne behalten – die Eltern waren zum Teil erleichtert, dass es nur Leihgaben waren. Die Anschaffung des Roboters entpuppt sich nämlich als grundsätzliche pädagogische Frage: Will ich meinem Kind schon im Alter von sechs Jahren ein Smartphone oder Tablet in die Hand geben?

Wer diese Grundsatz-Frage positiv für sich beantwortet, kann mit den hier beschriebenen Robotern viel Spaß haben. Mit ferngesteuerten Autos oder Daddel-Spielen am Computer sind sie nicht zu vergleichen, der intellektuelle Anspruch geht weit darüber hinaus. Damit die Kinder den Robotern Handlungsanweisungen geben können, ohne bereits eine Programmiersprache zu beherrschen, greifen die Apps auf Blockbefehle zurück. Vorwärts. Rückwärts, Drehung – die entsprechenden Symbole lassen sich auf einem Touchpad leicht aneinanderschieben, und damit ist der erste Algorithmus schon geschafft. Nach etwas Übung kommen Schleifen und Wenn-dann-Verknüpfungen hinzu, mit denen sich auch komplexe Aufgaben lösen lassen.

Eltern sollten sich allerdings im Klaren darüber sein, dass ihre Hilfe vor allem zu Beginn benötigt wird. So bleibt am Ende die Technik-Affinität der Eltern dafür ausschlaggebend, ob der Roboter im Kinderzimmer gut ankommt oder nicht.

Tipp: Um eine große Enttäuschung gleich zu Beginn zu vermeiden, sollte schon beim Aufbau die Stromversorgung stehen: Nur der Dash wird startbereit geliefert. Der Cubetto und der Lego Boost benötigen jeweils sechs Batterien.

Dash

  • Start: App runterladen und der Dash rollt los – keine Montage nötig.
    Roboter für Kinder Dash
  • Spiel: Es dauerte keine fünf Minuten, da sprachen unsere beiden Testkinder (6 und 8 Jahre) den großäugigen Roboter an wie ein lebendiges Wesen. Für Interaktion ist der Dash besonders gut ausgestattet. So besitzt er sehr feine optische Sensoren und reagiert auch auf Stimmen; die Kinder können ihm einen Namen geben und die eigene Sprache aufnehmen. Beim Steuern gibt es die Wahl zwischen logisch strukturierten Blockbefehlen oder der eigens vom Hersteller entwickelten intuitiven Programmiersprache „Wonder“.
  • Fazit: Wonder Workshop vermarktet den Roboter als „Freund“. Während aus Bausteinen zusammengesetzte Roboter eher die ohnehin schon lego- und technikbegeisterten Jungs ansprechen, kann der kugelige Dash auch bei Mädchen punkten. Dafür ist der niedliche Kerl aber auch nicht so wandlungsfähig. Ein Katapult oder das Xylofon für die Musik-App müssen als Zubehör eigens gekauft werden.

Dash

  • Ab 6 Jahren
  • Wonder Workshop
  • 178,95 Euro  

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Cubetto

  • Start: Die gedruckte Schritt-für-Schritt-Anleitung liegt nur auf Englisch vor, ist aber gestaltet wie ein Bilderbuch und macht den Aufbau leicht. Es muss keine App heruntergeladen werden.
    Roboter für Kinder Cubetto
  • Spiel: Der Cubetto benutzt Blockbefehle, nur werden diese als Plättchen in ein Steuerungsbrett eingelegt. Als unser dreijähriges Testkind die Verbindung zwischen dem Legen der Plättchen und den Bewegungen der Holzkiste einmal raus hatte, kam es aus dem Staunen nicht mehr raus. Verschiedene Spielfelder und Geschichten führen die Kinder auf neue Aufgaben. Sie liegen aber nur auf Englisch vor und müssen von den Eltern vorgelesen und übersetzt werden.
  • Fazit: Mit dem Cubetto lernen schon Kleinkinder, ein Gerät über Befehlsketten zu steuern, und schulen dabei ihr logisches Denken. Dass sie hierfür kein Tablet oder Smartphone benötigen, ist das größte Plus des Cubetto. Die Geräte aus Holz fühlen sich gut an, die rollende Kiste spricht Jungen wie Mädchen an. Für ein einzelnes Kind ist der Cubetto dennoch ein teures Spielzeug, zumal er ab einer gewissen Spielerfahrung keine neuen technischen Herausforderungen bringt. Lohnen könnte sich die Anschaffung für Kitas, die einen sanften Einstieg in die Welt der Computer suchen.

Cubetto

  • Ab 3 Jahren
  • Primo
  • 219 Euro

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Lego Boost

  • Start: Für den Aufbau des Roboter-Modells hat unser 7-jähriger Tester zwei Stunden benötigt. Die Anleitung dafür findet man als klassischen Lego-Bauplan nur auf der App.
    Roboter für Kinder Lego Boost
  • Spiel: Der Lego Boost ermöglicht den Aufbau von fünf Modellen – neben dem klassischen Roboter auch eine Gitarre, eine Katze, einen Rover und eine Fertigungslinie, mit der man Figuren wie am Fließband zusammensetzen kann. Unser Testkind liebt Lego und hätte sich allein mit dem Umbau der Modelle tagelang beschäftigen können. Ein iPad hatte es zum ersten Mal in der Hand. Dennoch gingen die ersten Programmierschritte leicht, zum Lösen schwieriger Aufgaben war die Testphase jedoch zu kurz.
  • Fazit: Der Lego Boost benötigt als Partner ein Tablet mit der aktuellsten Software und sorgte so bei unserer Testfamilie für Startschwierigkeiten. Ist die App erst mal installiert, läuft der Roboter reibungslos. Jungen wie Mädchen müssen Freude daran haben, die vielen kleinen Bausteine zusammenzusetzen, bevor sie mit dem Programmieren loslegen können. Dann ist der Boost aber enorm vielseitig. Ein Kind, das nicht nur ein bisschen mit dem Roboter spielen will, sondern sich richtig auf die technischen Möglichkeiten einlässt, kann hier bis ins Teenageralter Herausforderungen finden.

Lego Boost

  • Ab 7 Jahren
  • Lego
  • 159,99 Euro

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