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Wie findet ein Bernhardiner Lawinenopfer?

Rudi Kolb ist Leiter einer Lawinenhundestaffel. Im Gespräch mit WARUM! erzählt er, welche Hunde dafür am besten geeignet sind und wie die Ausbildung der Lawinenhunde abläuft.

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Von Warum!-Redaktion, Rudi Kolb, 11.10.2021 0 Kommentare

Rudi Kolb mit seinem Lawinensuchhund
Rudi Kolb ist Leiter der Lawinenhundestaffel „Region Hochland“ in Bayern. Zusammen mit seinem Hund Bärli hilft er Personen, die von einer Lawine verschüttet wurden.

Bernhardiner sind zwar schöne Tiere, aber als Lawinenhunde taugen sie eher nicht. Beim Bernhardiner mit dem Fässchen am Halsband handelt es sich um einen Mythos: Im 19. Jahrhundert soll ein Hund auf dem Großen St. Bernhard mehr als 40 Menschen das Leben gerettet haben. Damals waren Bernhardiner-Hunde aber leichter. Die heute gezüchteten Tiere sind für die Rettungsarbeit zu schwer und könnten sich im Schnee nicht gut bewegen. In unserer Hundestaffel bilden wir bevorzugt Schäferhunde aus. Sie haben einen guten Geruchssinn, sind beweglich und bekommen im Winter eine Unterwolle. Das ist eine Art Winterfell, damit sie nicht frieren.

Die Ausbildung eines Lawinenhundes dauert ungefähr drei Jahre und beginnt schon im Welpenalter. Wenn die Tiere etwa ein halbes Jahr alt sind, werden sie erstmals zu den Trainingseinheiten mitgenommen. So gewöhnen sie sich früh an das Umfeld. Dann kann man langsam anfangen, den Hund auszubilden. Wir üben mit den Hunden in echten Lawinenfeldern. Zu Beginn versteckt sich das Herrchen hinter Schneehügeln oder kleinen Schneewänden. Wenn der Hund sein Herrchen findet, wird er belohnt. Das Suchen von verschütteten Personen ist für den Hund also stets ein Spiel. Mit der Zeit wird der Schwierigkeitsgrad immer ein wenig gesteigert. Wir buddeln dann etwa eine Höhle, in die sich das Herrchen legt. Bei den nächsten Versuchen legt sich eine zweite Person dazu. Und irgendwann erschnüffelt der Hund dann ganz eigenständig fremde Personen, die unter dem Schnee vergraben sind.

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